Die Würde des Menschen ist unantastbar – Diskurs mit der künstlichen Intelligenz.

Referat für die Wissenschaftsgruppe Aletheia Schweiz vom 18.11.2025.

Oliver Christen ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH mit Spezialisierung in Psychotraumatologie. Er hielt ein Referat für die Wissenschaftsgruppe Aletheia Schweiz am 18.11.2025.

Zusammenfassung der KI:  Der Text verbindet Kants Würdebegriff, verfassungsrechtlichen Würdeschutz und eine kritische Analyse moderner Informations- und Machtstrukturen.

1. Menschenwürde als Grundlage moderner Rechtsordnungen. Aus Kants kategorischem Imperativ („Menschen nie bloß als Mittel behandeln“) leitet sich der Gedanke ab, dass jeder Mensch einen unverfügbaren, nicht abstufbaren Wert besitzt. Diese Idee prägt:

  • das deutsche Grundgesetz („Die Würde des Menschen ist unantastbar“),
  • die Schweizer Bundesverfassung (Schutz von Würde, körperlicher Unversehrtheit, Selbstbestimmung, strikter Rahmen für Gentechnik),
  • UN-Charta und Menschenrechtspakte.

Würde kann verletzt, aber nicht „aberkannt“ werden; der Staat muss sie schützen.

2. Moderne Informationsordnung. Die reale Macht über Daten, Kommunikation und öffentliche Narrative liegt nicht mehr primär bei demokratischen Institutionen, sondern:

  • bei globalen Technologiekonzernen,
  • eng vernetzt mit Kapitalverwaltern und staatlichen Stellen.

Dadurch entsteht eine technokorporatistische Postdemokratie: Formale Demokratie bleibt, reale Steuerung erfolgt über Infrastruktur, Algorithmen und Plattformen.

3. Risiko: „Governance durch Technik“. Algorithmen entscheiden Sichtbarkeit, Normen und Deutung, oft unter dem Label von „Sicherheit“, „Effizienz“ oder „Wahrheit“. Das führt zu einer sanften, nicht sichtbaren Form von Kontrolle: keine klassische Diktatur, aber Erosion demokratischer Selbstbestimmung. Manche Aspekte ähneln strukturell einem „postfaschistischen“ System,allerdings ohne Gewalt—stattdessen durch Datenlogik, Konformitätsdruck und Abhängigkeit.

4. Rolle von KI (z. B. ChatGPT). KI versteht nicht moralisch oder bewusst; sie erzeugt wahrscheinliche Sprache, keine Wahrheit. Daher:

  • kann sie überzeugend falsche oder spekulative Inhalte liefern,
  • stärkt oft bestehende Narrative, statt sie kritisch zu prüfen.

Sie funktioniert wie ein „hochfunktionaler Psychopath“: effektiv, aber ohne Empathie oder Bewusstsein.

5. Gefahr und Empfehlung. KI kann analytisch helfen, ist aber für Wahrheitsfindung ungeeignet. Politische oder komplexe Themen müssen immer mit unabhängiger Evidenz geprüft werden.

6. Philosophische Konsequenz. Innerhalb eines strikt materialistischen Weltbilds führt gesellschaftliche Entwicklung zwangsläufig zur Technokratie: Kontrolle stabilisiert sich selbst. Ein Ausweg erfordert eine Bewusstseinsveränderung, nicht nur Systemreformen:

  • Intuition, Achtsamkeit, Ambivalenztoleranz
  • Handeln ohne instrumentelle Erwartung (Wu Wei)
  • Einsicht in Verbundenheit statt Konkurrenz

Dies wird als „ontologische Wende“ beschrieben: Nicht das System ändern, sondern das Bewusstsein, das Systeme erzeugt.

 

Und hier eine vereinfachte Version, die ebenfalls von KI geschrieben wurde, um es für alle Menschen noch verständlicher zu machen wie mit KI umzugehen ist und was es zu beachten gilt.

  1. Was bedeutet Menschenwürde?

Der Philosoph Immanuel Kant sagte: „Behandle Menschen nie nur als Mittel zu einem Zweck.“ Das heisst: Jeder Mensch ist wertvoll – nicht wegen Leistung, Geld oder Status, sondern einfach, weil er Mensch ist. Dieser Gedanke steckt:

  • im Grundgesetz Deutschlands („Die Würde des Menschen ist unantastbar“),
  • in der Schweizer Verfassung (Schutz der Würde, Körper, Selbstbestimmung),
  • und in den Menschenrechten der UNO

Wichtig:
Die Würde eines Menschen kann verletzt werden, aber niemand kann sie verlieren. Der Staat muss sie schützen.

 

  1. Wer hat heute Macht über Informationen?

Früher wurde unsere Gesellschaft hauptsächlich von Politik und Staat gesteuert. Heute haben aber auch:

  • grosse Technologiefirmen (Google, Meta, Amazon, etc.),
  • Finanzkonzerne und
  • manche staatlichen Behörden

eine enorme Macht über das, was wir sehen, lesen und glauben. Sie bestimmen mit:

  • welche Infos uns angezeigt werden,
  • welche Nachrichten wichtig wirken,
  • welche Meinungen sichtbar bleiben.

Dadurch entsteht eine Art „versteckte Steuerung“: Die Demokratie bleibt auf dem Papier bestehen – aber Entscheidungen werden oft durch Technik, Daten und Algorithmen beeinflusst.

 

  1. Wenn Technik Regeln macht

Algorithmen – also Computerprogramme – entscheiden:

  • welche Beiträge auf Social Media oben stehen,
  • welche Videos empfohlen werden,
  • was als „normal“ oder „richtig“ erscheint.

Das ist keine Diktatur wie früher, aber es kann die freie Meinung und Selbstbestimmung langsam untergraben. Man merkt es kaum – weil es still und unsichtbar passiert.

 

  1. Was kann KI (z. B. ChatGPT) – und was nicht?

Eine KI versteht die Welt nicht wie ein Mensch, sie fühlt nichts, hat keine moralischen Werte, keine Absichten. Sie macht Folgendes:

  • Sie verarbeitet riesige Datenmengen.
  • Sie sagt, was wahrscheinlich als nächster Satz passt.
  • Sie kann sich dabei auch irren oder Dinge erfinden.

Darum kann KI:

  • überzeugend reden, aber trotzdem falsch liegen,
  • bestehende Vorurteile verstärken, ohne es zu merken.

Man könnte sagen: KI ist sehr klug im Rechnen, aber hat kein Herz und kein Bewusstsein.

 

  1. Wo liegt die Gefahr?

Wenn Menschen der KI zu sehr vertrauen, kann das gefährlich werden. Denn KI kann nicht sagen, was wahr, gerecht oder moralisch richtig ist.

Deshalb gilt:
👉 Alles, was KI sagt, muss man mit echten Quellen und gesundem Menschenverstand überprüfen.
Vor allem bei Politik und wichtigen gesellschaftlichen Fragen.

 

  1. Was bedeutet das für uns als Gesellschaft?

Wenn wir die Welt nur als Maschine betrachten („alles ist Materie, alles muss effizient sein“), dann entsteht automatisch immer mehr Technik, Kontrolle und Überwachung.

Ein Ausweg braucht mehr als neue Gesetze oder Computer. Er braucht eine innere Veränderung bei uns Menschen:

  • mehr Achtsamkeit,
  • mehr Intuition,
  • die Fähigkeit, Unterschiede auszuhalten,
  • und das Gefühl, dass wir miteinander verbunden sind – nicht im Wettbewerb.

Man nennt das manchmal eine „Wende im Bewusstsein“: Nicht nur das System ändern, sondern das Denken und Fühlen, das Systeme hervorbringt.

 

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